Wüste &
Nationalparks

Von San Diego aus bin ich mit dem Mietwagen vier Nationalparks abgefahren, die mich am meisten interessiert haben: Joshua Tree (Kalifornien), Grand Canyon (Arizona), Zion (Utah) und Yosemite (wieder Kalifornien, aber weiter nördlich). Da kommen viele Kilometer zusammen, aber ehrlich gesagt war schon die Fahrt ein Erlebnis, weil die Gegenden so abwechslungsreich sind: erst Wüste mit hundert Kilometern ohne Tankstelle, dann plötzlich Nadelwald, dann wieder rote Canyons. Die Parks sind schön, weil sie einerseits sehr naturbelassen sind und andererseits gut gepflegt werden. In den meisten gibt es kostenlose Shuttlebusse, Trinkstationen und Toiletten. Dafür kostet der Eintritt etwas. Wer mehrere Parks besucht, für den lohnt sich der „America the Beautiful”-Pass (zum Zeitpunkt meiner Reise 250 $ für Nicht-Residenten). Bei mir reichte es, am Eingang den Pass mit QR-Code und meinen Ausweis zu zeigen, dann konnte ich mit dem Auto einfahren.

Joshua-Tree-Nationalpark

Das war mein Lieblingspark und ist auch das was man auf dem Hero-Bild oben sieht. Joshua Tree ist noch in Kalifornien aber wenn man von der Küste aus mit dem Auto dort hinfährt, ändert sich innerhalb weniger als 3h Fahrtzeit die Vegetationszone schlagartig: Von einer eher tropischen Strandregion kommt man plötzlich eine endlose Wüste. Das besondere hier sind diese Bäume, die irgendwie anmuten als wären sie von einem anderen Planeten. Tagsüber ist es extrem heiß und kann im Sommer schon mal 40 Grad haben, dafür lohnt es sich umso mehr dort den Sonnenuntergang oder sogar die Sterne anzuschauen. Ich war zur Hochsaison im Park aber er war überhaupt nicht überlaufen, im Gegensatz zu den anderen Parks.

Grand Canyon

Vermutlich ist kein Park ikonischer als der Grand Canyon. Jeder hat ihn schon auf Fotos gesehen, aber bisher konnte keins davon einfangen, wie riesig er wirklich wirkt. Man kann mit dem Auto recht nah an den Rand heranfahren und wird plötzlich von einem gigantischen Loch im Boden erschlagen. Weit unten fließt der Colorado River, der den Canyon über Millionen Jahre ausgehöhlt hat.

Ich war am South Rim. Auf der Weiterfahrt nach Utah bin ich östlich um den Canyon herumgefahren, und auch diese Strecke war eindrucksvoll. Nachts lohnt es sich außerdem, zu bleiben: Bei klarem Himmel sieht man die Milchstraße!

Zion-Nationalpark

Zion war leider der langweiligste Park auf meiner Reise. Die Landschaft war als Wüste ganz nett, aber eben ziemlich einheitlich rot und orange. Ich habe eine Flusswanderung gemacht und war dafür denkbar schlecht ausgerüstet: Alle anderen hatten extra Wasserschuhe und Wanderstöcke, ich bin in Joggingschuhen durchs Wasser gegangen. Der Park und der Trail waren völlig überlaufen, und nach etwa einer Stunde bin ich einfach umgedreht. Das ist das Schöne am Solo-Reisen: Man muss sich vor niemandem rechtfertigen.

Wer Zion trotzdem besuchen will, sollte früh da sein, idealerweise schon zwischen 7 und 8 Uhr, wenn die ersten Shuttlebusse fahren. In der Hochsaison wartet man später ewig.

Yosemite-Nationalpark

Yosemite war ein ziemlicher Kontrast zu den anderen Parks auf meiner Reise. Statt Wüste und rotem Fels gibt es hier alpinere Landschaft, die sich erst mal vertrauter für einen Europäer anfühlt. Es gibt unzählige Trails und Wasserfälle, und mit etwas Glück sieht man sogar Schwarzbären in freier Wildbahn.

Eigentlich wollte ich den Mist Trail laufen, aber ein Teil davon war an dem Tag gesperrt. Die Ranger haben uns stattdessen die Umleitung über den John Muir Trail und Clark Point empfohlen. Was nach einer kleinen Alternative klang, hatte es in sich: Es ging ordentlich bergauf, bevor man von oben wieder Richtung Vernal Fall hinunterläuft. Die Aussicht und der Wasserfall haben die Anstrengung aber definitiv wettgemacht. Unterschätzt hatte ich die Hitze: Auch im Yosemite wird es gegen Mittag ziemlich heiß, deshalb lieber früh starten und lange Wanderungen auf den Vormittag oder späten Nachmittag legen.

Mein persönliches Highlight war der Sonnenuntergang am Glacier Point. Von meinem Motel aus waren es fast zwei Stunden Fahrt, aber der Blick über das Yosemite Valley im Abendlicht war es komplett wert.

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