Kalifornien
& Westküste

Ich war in 3 größeren Städten in Kalifornien: Für 5 Tage in San Diego, 4 in San Francisco und 3 in Los Angeles. Ich kann jetzt schonmal sagen, dass mir San Diego am besten gefallen hat weil es einfach so viel zu bieten hatte und wunderschön war. Ich war auch in kleineren Städten, z.b. Monterey und Santa Barbara, allerdings immer nur für eine Nacht als Pause, deswegen kommt dazu kein Abschnitt. Ich fand aber sowohl Monterey als auch Santa Barbara sehr ansprechend.

San Diego

San Diego hat mich mit Stränden, mexikanischem Einfluss und Küstenatmosphäre erwischt. Ein Fun Fact, den ich dort gelernt habe: Die Stadt gilt als „Birthplace of California”. 1769 entstanden am heutigen Presidio Hill die erste spanische Mission und das erste Presidio in Alta California, die nahegelegene Old Town wurde später der frühe Stadtkern.

Ich habe in einem Hostel im Gaslamp Quarter gewohnt. Tagsüber wirkt das Viertel fast ausgestorben, nachts erwacht es zum Leben: voll mit Clubs und Bars und ein beliebter Ort für jüngere Leute zum Feiern. Schon bei der Ankunft ist mir aufgefallen, dass kaum jemand zu Fuß unterwegs ist. Wer ein Auto hat, fährt damit überall hin, egal wie kurz die Strecke. Spazieren gehen ist dort offenbar kein Ding.

Was man in San Diego auf jeden Fall machen sollte, ist einmal den Sonnenuntergang an den Sunset Cliffs anschauen. Man steht dort auf den Klippen mit freiem Blick nach Westen über den Pazifik – und auch wenn man eigentlich entlang der ganzen Küste gute Sonnenuntergänge erwischen kann, ist dieser Spot für mich nochmal besonders herausgestochen. Ich bin aus Versehen mit dem Uber nördlicher gelandet als ich eigentlich wollte und das war eigentlich perfekt weil man dann während Sonnenuntergang südlich richtung den tatsächlichen Sunset cliffs gehen konnte.

Wenn man Strand will, würde ich Mission Beach nicht auslassen. Die Promenade eignet sich super zum Entlanglaufen, und insgesamt ist dort deutlich mehr los als an vielen ruhigeren Küstenabschnitten. Ich hatte das Gefühl dass das der Go-To Strand ist für junge Leute, überall waren Clubs und Bars. Direkt nördlich davon liegt Pacific Beach mit dem Crystal Pier, der weit in den Pazifik hinausragt und ebenfalls sehenswert ist.

Dann gibt es noch Coronado-Island, das ist eine Art Halbinsel bei San Diego, die man nur effizient per Fahrzeug oder Fähre erreichen kann. Coronado wirkt wie eine gated Community, mit eigener Polizeistation und Krankenhaus und scheinbar zieht es auch tendenziell die Oberschicht dorthin. Wenn man mit der Fähre hinfährt (9$ Oneway) kann man sich auf der Insel perfekt mit einem Fahrrad fortbewegen. Die Insel hat sogar extra Fahrradstreifen die an der Küste entlanggehen aber später auch durch die Nachbarschaften. Auf der Westseite gibt's dann wunderbare Strände die sich auch für einen Sunsetter eignen (das Titelbild oben).

Wer Seelöwen mag, sollte nach La Jolla (gesprochen „la Hoia”, nicht „la Dscholla”) fahren: ein Küstenabschnitt im Norden von San Diego mit Klippen, auf denen große Seelöwenkolonien in der Sonne liegen.

Und dann wäre da noch der Balboa Park, den ich auch ziemlich sehenswert fand. Das käfigartige Gebäude auf den Fotos unten war das Botanical Building, eine historische Lattenkonstruktion mitten im Park. Den Park hab ich mit einer Hop-on Hop-off Tour verbunden. Die hat über 40 Euro gekostet aber war meiner Meinung nach sehenswert, denn man kann den Bus ganztägig als Fortbewegungsmittel nutzen, bekommt alle wichtigen Stadtteile mit Fun Facts zu sehen und der Bus fährt sogar nach Coronado, so spart man sich die Fähre.

San Francisco

San Francisco hat sich sofort anders angefühlt als der Rest von Kalifornien: Im Gegensatz zu LA oder San Diego war es hier kalt und windig. Dazu kommen die Hügel, die überall in die Straßen gebaut sind. Zone-2-Joggen ist hier schwierig :D Ich war nur ein paar Tage da, aber die Mischung aus Küste, Parks und dem ganz eigenen Stadtbild ist mir geblieben.

Rund um die Golden Gate Bridge fand ich San Francisco landschaftlich am schönsten. Ein guter Startpunkt ist der Palace of Fine Arts, ein riesiger, ziemlich absurder Tempelbau mitten in der Stadt. Von dort kann man sich Richtung Brücke vorarbeiten. Man kann sie auch zu Fuß überqueren, sollte aber nicht unterschätzen, wie lang sie ist und wie windig es darauf wird. Dafür gibt es unterwegs einen guten Blick auf Alcatraz, das ehemalige Gefängnis. Westlich der Brücke liegen Klippen mit Aussichtspunkten auf den Pazifik, östlich ist es ruhiger und grüner, mit Parks, Stränden und Blicken auf die Bay.

Hügel, viktorianische Häuser, Cable Cars und Straßen, die plötzlich steil nach oben verschwinden: San Francisco sieht aus, wie man es aus Filmen kennt. Alamo Square mit den Painted Ladies, den bunten viktorianischen Häuserreihen, ist ein Klassiker, aber eigentlich fand ich die normalen Straßenszenen fast spannender. Und dann fahren dort Waymos ohne Fahrer an einem vorbei, mitten zwischen den Cable Cars.

Los Angeles

Los Angeles hat mich anfangs am wenigsten abgeholt. Ich hab in East Hollywood gewohnt, was cooler klingt, als es ist: eher heruntergekommen, viele Obdachlose, und ich bin ständig über schlecht gewartete Gehwege gestolpert, aus denen irgendwelche Platten ragten. Ohne Auto kommt man kaum voran, und mit Auto landet man auf Highways mit acht Spuren.

Mit etwas Abstand sehe ich das anders, und ich würde sofort wieder hinfahren. LA ist hässlich, aber es steckt eine Ästhetik im Hässlichen, und das meine ich ernst. Die Stadt ist unverschämt riesig: Selbst bei klarem Wetter liegt die Skyline so weit weg, dass fast schon Dunst davorsteht. Mitten in einem endlosen Meer aus flachen Häusern stehen erstaunlich wenige Hochhäuser, ziemlich surreal. Dazu hängen überall Kabel an den Masten, und viele Häuser sind eher Schuppen. Objektiv hässlich, aber irgendwie ein Vibe – macht Sinn? Ich hab leider wenige Fotos von den Straßen gemacht, schade eigentlich.

Das Griffith Observatory war definitiv eines meiner Highlights in LA. Allein die Lage über der Stadt lohnt sich schon: Man bekommt einen Eindruck über die Dimensionen der Stadt, und hat gleichzeitig den Blick Richtung Hollywood Sign. Besonders zum Sonnenuntergang fand ich die Aussicht dort super.

Venice war für mich der Teil von LA mit dem meisten Charakter. Ich war erst in Santa Monica und bin von dort weiter nach Venice, am besten mit dem Fahrrad auf dem endlosen Radweg direkt am Meer. Unterwegs kommt man an Skatern, Straßenkünstlern und dem Muscle Beach vorbei. Es ist touristisch und teilweise ziemlich chaotisch, aber genau deshalb passiert dort ständig irgendwas. So glamourös, wie es klingt, ist es allerdings nicht: Es sind viele Obdachlose unterwegs, und barfuß durch den Sand würde ich dort nicht laufen, weil man nie weiß, was darin liegt, zum Beispiel Spritzen.

Weitere Orte: